Das bewusste Unterbewusstsein

Nun finde ich nach einer längeren Pause endlich mal wieder die Zeit, einen Beitrag zu schreiben.
Die Menschen nehmen eine Menge im Unterbewusstsein wahr, was es nicht bis in die bewusste Wahrnehmung schafft. Ich spreche dabei nicht nur von Sinnesreizen, auch man selbst tut viele Dinge, die einem vielleicht gar nicht bewusst sind. Wem fällt zum Beispiel von selbst auf, dass er die Beine übereinander geschlagen hat oder sich gerade am Kopf kratzt.
Es geschieht so vieles automatisch und eben oftmals unbewusst – aber würde ich diesen Beitrag schreiben, wenn es nicht auch anders sein könnte?

Ich würde nicht behaupten, dass ich alles bewusst wahrnehme, aber vieles von dem, was bei anderen Menschen im Unterbewussten liegt, bekomme ich ganz direkt mit.

Zum Beispiel kann ich meistens ziemlich genau sagen, warum ich in einer bestimmten Weise reagiere oder woher bei mir bestimmte Denkmuster kommen. Selbstreflexion gehört somit zu meinen Stärken.

Wenn es bei mir um alltägliche Dinge geht, wie etwa das Schuhe zubinden, bekomme ich das zwar ohne darüber nachzudenken hin, unbewusst laufen solche Handlungen bei mir jedoch nicht ab. Setze ich mich zum Beispiel an meinen Schreibtisch, nehme ich auch ganz bewusst wahr, wenn ich diesen mit den Beinen berühre
Bei jedem Menschen sind die jeweiligen Handlungsabläufe unterschiedlich automatisiert, je nachdem, wie oft man die gleiche Tätigkeit ausführt. Nun ist es bei mir so, dass – wenn meine Routinen durch ein außergewöhnliches Ereignis oder schwere Reizüberflutung aus den Fugen geraten sind – vieles dann eben nicht mehr so automatisch abläuft und ich bei manchen selbstverständlichen Dingen wirklich nachdenken muss. Solche Zeiten gab es bei mir mehrfach und es zeigt einmal mehr, wie sehr bei mir die Dinge in der bewussten Ebene liegen.

Ich stütze mein Kinn auf meine Hand auf und spüre sogleich die Bartstoppeln. Das klingt nach bewusster Achtsamkeitsübung, ist aber für mich völlig normal.

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Ein Gedanke zu „Das bewusste Unterbewusstsein

  1. Interessant, ich kenne es auch ähnlich. Bevor ich mit dem Wort Achtsamkeit vertraut war, habe ich viele Dinge bereits achtsam getan. Alles Andere hätte mich gestresst oder überfordert. Ich habe mich immer gefragt, wie es manche Menschen schaffen viele Dinge auf einmal zu tun. Da war mir aber wahrscheinlich noch nicht so ganz klar, wie sehr die Qualität oder das Erleben jeder einzelnen Aktivität darunter leidet.

    Ich hatte vor längerer Zeit mal eine Übung mit Naturgeräuschen angehört (sollte wahrscheinlich auch eine Achtsamkeitsübung sein) Es ging darum sich auf die einzelnen Geräusche bewusst nacheinander zu konzentrieren. Habe den Sinn der Übung nicht verstanden und gedacht, das mache ich doch sowieso. Habe aber gemerkt, dass der Person, die diese Übung machen sollte, das bewusste Wahrnehmen schwer fiel.

    Also ich selbst kann eigentlich nicht wirklich unachtsam sein, ohne dass es mich stressen würde.

    Allerdings fühle ich mich mittlerweile normaler, weil die Achtsamkeit ja was positives ist und ich kann mich noch bewusster drauf einlassen. 😊 👍

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