Ein stressiger Tag

Der Alltag kann ja schon anstrengend sein, aber der gestrige Tag war für mich wirklich der Inbegriff von Stress.

Ich kam gerade aus dem Urlaub zurück, da wurde ich von der Einladung zum psychologischen Gutachten, auf die ich schon seit Monaten gewartet habe, überrascht. Der Termin war auf den übernächsten Tag angesetzt, also ausgerechnet an einem Mittwoch, der Tag, an dem ich normalerweise am wenigsten Zeit habe.

Aber ich wollte ja nicht noch einmal Monate warten, also ging es kurzfristig in die Intensivplanung des Tages, selbst das war schon sehr anstrengend. Manche Dinge waren anfangs überhaupt nicht planbar, schon angefangen bei der Fahrt (warum ist nur die Deutsche Bahn nicht in der Lage, die Fahrpreise bei bestimmten Strecken anzuzeigen, die sie selbst betreibt?). Auch zum Mittagessen würde keine Zeit bleiben. Insgesamt musste ich einiges improvisieren und manches spontan erledigen, da ich ja nicht mal genau wusste, wie lang der Termin gehen würde. So viel zur Planung, hier ein Teil des stressigen Tagesablaufs dieses Mittwochs:

05:20-07:03 Uhr: mit dem Fahrrad 27 Kilometer bis zum Leipziger Hauptbahnhof fahren, Fahrkarte am Automaten buchen

07:08-07:54 Uhr: Fahrt mit dem Zug bis Grimma oberer Bahnhof, mit dem Fahrrad bis zur Arbeitsagentur in Grimma fahren

08:10-12:57 Uhr: psychologisches Gutachten bei der Arbeitsagentur

13:00-13:06 Uhr: mit dem Fahrrad bis Grimma oberer Bahnhof fahren

14:00-16:02 Uhr: Fahrt mit dem Zug bis Leipzig Hauptbahnhof, dort umsteigen in den Anschlusszug bis Pegau, mit dem Fahrrad nach Hause fahren

16:15-19:08 Uhr: Zeitung austragen

19:18-21:20 Uhr: Posaunenchor

Nach diesem Tag bräuchte ich eigentlich Urlaub, den ich doch gerade erst hatte. Ich beneide auf keinen Fall Menschen, die so etwas vielleicht täglich durchmachen müssen. Mir hat gewiss schon dieser eine Tag vollkommen gereicht, zum Glück kamen nicht noch irgendwelche Hürden der sozialen Interaktion hinzu. Ein solches Maß an Zeitdruck und für meine Begriffe unsichere Planung könnte ich wohl langfristig nicht überstehen. Umso mehr weiß ich nun die Ruhepausen zu schätzen, die ich mir im Alltag immer wieder nehmen kann.

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