Angst contra Verstand

In einem anderen Beitrag hatte ich bereits angesprochen, dass Angst ein essentieller Bestandteil meines Lebens ist.

Ich musste (auch noch vom Urlaub aus) ein Telefonat mit dem Jobcenter führen. In mir machten sich bereits tagelang die schlimmsten Befürchtungen breit, wie dieses Telefonat schiefgehen könnte oder was erst passiert, wenn ich gar nichts unternehme. Man kann sagen, ich stand innerlich unter einem enormen Druck.

Wie das bei mir mit dem Telefonieren ist, ich habe es tagelang hinausgeschoben und in dieser Zeit für sämtliche Eventualitäten vorgeplant, in welche Richtung sich das Telefongespräch entwickeln könnte.

Dann habe ich mir irgendwann ein Herz gefasst und angerufen, doch – es geht niemand ran. Mist! Eigentlich sollte ich in diesem Moment frustriert sein, doch mein Verstand sagte mir etwas anderes. Ich hatte mich überwunden und das war wichtig.

Ein paar Stunden später rief das Jobcenter zurück und ich konnte mein Anliegen verständlich rüberbringen und entgegen meiner Befürchtungen erhielt ich keinerlei negative, genervte oder abweisende Reaktion. Habe ich mir also umsonst Sorgen gemacht oder nur versucht mich selbst zu schützen?

Ab und zu gibt es dann auch Situationen, in denen ich es tatsächlich schaffe, diese Art von Angst durch den Verstand einfach auszuschalten (fast wie der Androide „Data“ in Star Trek: Der erste Kontakt, der einfach nur seinen Emotionschip deaktiviert). Es klingt so einfach, ist es eigentlich auch, ich komme aber viel zu selten darauf, dass ich es ja so einfach lösen kann. Ich trete gedanklich aus der Situation hinaus und analysiere sie, ich überlege also, ob es gerade berechtigt ist, sich Sorgen zu machen und Angst zu haben. Falls nicht, schiebe ich einfach mein inneres „Schutzschild“ (wenn man die Angst denn als solches sehen will) beiseite und übernehme die realistische Situationsbewertung des Verstandes.

Manchmal kann es so einfach sein, aber noch immer ist die Angst in der Interaktion mit anderen Menschen eines meiner größten Probleme.

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