Einkaufen – eine nützliche Qual

Das Einkaufen ist bei mir ein Thema für sich.

Ich fahre eigentlich gerne mit dem Hänger (einer von der Art, wie man sie im Osten noch immer häufiger sieht als einen Trabant) am Fahrrad durch die Gegend. Mal ist er mit Zeitungen und Prospekten beladen, mal mit drei verschiedenen Blechblasinstrumenten und der Notentasche und regelmäßig eben auch mit Einkäufen.

Wenn das Einkaufen doch nur aus dem Fahrradfahren bestünde! Ich würde in diesem Fall täglich sogar weite Touren auf mich nehmen (, so wie bei der Flut im Sommer 2013, wo Pegau und Groitzsch voneinander abgeschnitten waren und ich mitsamt dem Hänger ins mittlerweile um die 20 Kilometer entfernte – bevor der Tagebau kam, waren es nur sieben Kilometer – Hohenmölsen zum Einkaufen gefahren bin).

Doch leider gibt es da noch die Supermärkte an sich, für so manchen Autisten schon fast eine „Höhle des Schreckens“. Grelle (,manchmal sogar brummende) Leuchtstoffröhren, die den Raum durchschneiden und das laute Piepen der Scanner an der Kasse sind da nur zwei Dinge, die mir in Supermärkten Probleme bereiten. Soziale Interaktion fiel mir schon immer schwer und leider lässt sich das auch an der Kasse nicht völlig vermeiden.

Regelmäßig kommt das Versprechen, alle Filialen einer Supermarktkette seien gleich eingeräumt, ich bin aber sicher nicht der erste, dem auffällt, dass dem leider nicht so ist. Für mich ist es schrecklich, wenn ich ein Produkt, dass ich an seinem angestammten Platz vermute, nicht mehr finde, weil der Laden umgeräumt worden ist. Da ich fast immer genau die gleichen Produkte kaufe, fällt es mir sehr schwer, auf einmal mit etwas anderem Vorlieb zu nehmen.

Verständlicherweise bin ich dann froh, es hinter mir zu haben. Leider geht es ja nicht, ohne einzukaufen, da man sonst vergeblich darauf warten kann, dass einem das Essen durchs Fenster ins Haus schwebt.

Immerhin brauche ich keinen Einkaufszettel. Da ich in Bildern denke, brauche ich lediglich eine virtuelle Tour durch meine Vorratsschränke machen, so weiß ich dann genau, was ich noch brauche.

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4 Gedanken zu „Einkaufen – eine nützliche Qual

  1. Viele Supermärkte verändern von Zeit zu Zeit die Einrichtung und „Kundenführung“, damit man sich im Laden länger aufhalten muss (und dadurch ggf. neue Dinge entdeckt und mehr kauft, usw.).

    Ach, und ich möchte auch diese Gabe des „virtuellen bildhaften Einkaufszettels“, bitte!:-)

    • Also mehr kaufen würde ich dadurch sicher nicht. Vielleicht bräuchte ich einen Supermarkt, in dem es nur das gibt, was ich brauche, der reizarm gestaltet und mit Bezahlautomaten versehen ist. Aber es gibt ja noch andere Menschen auf der Welt, die wiederum vollkommen unterschiedliche Bedürfnisse haben.
      Wegen des „virtuellen Einkaufszettels“ würde ich mal bei Gott anfragen 🙂 .

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