Veränderung unter Umständen

Auf plötzliche Veränderungen in meiner Umgebung reagiere ich meist etwas allergisch. Ob etwas festes in sich zusammenfällt oder mein Tagesablauf aus den Angeln gehoben wird, in solchen Fällen kann man mit mir nicht mehr viel anfangen.

Dann gibt es aber auch wieder unerwartete Veränderungen, mit denen ich recht gut umgehen kann, wenn ich zum Beispiel ohnehin auf eine flexible Situation eingestellt bin oder mit einem sehr großzügigen Zeitrahmen geplant habe. Natürlich habe ich dazu auch wieder ein Beispiel aus meiner Erlebniskiste parat.

Ich machte eines Tages eine Radtour auf die andere Seite des Tagebaus. So weit ab von zuhause kam es wie es kommen musste, ich hatte einen Platten. Es hieß also: 15 Kilometer von Wuschlaub zurück nach Pegau schieben. Trotzdem war ich sehr gut gelaunt, was wohl nicht so gewesen wäre, hätte ich nicht zeitlich sehr großzügig geplant.

Dann gibt es Veränderungen, die ich mir selbst auferlege – ich gebe zu, es ist selten, aber kommt vor. Erst gestern musste ich mal wieder nach Chemnitz. Als ich die Fahrkarte buchen wollte, wurde auch noch eine Alternativstrecke angezeigt. Ich dachte mir also, das wäre doch eine gute Möglichkeit, mal etwas Neues auszuprobieren, mit dem Sachsen-Ticket kann ich ja sämtliche Nahverkehrszüge in Mitteldeutschland nutzen. Ich fuhr also hinzu über Gera und Glauchau, und wieder die gewohnte Strecke über Leipzig zurück. Ersteres war, wie sich herausstellte, wohl doch keine so gute Idee, auch wenn es gerade noch so geklappt hat. Die Züge waren zum Teil so hoffnungslos verspätet, dass ich nicht nur Angst um meinen Anschluss in Glauchau hatte, sondern auch fürchtete, nicht mehr pünktlich anzukommen. Ich war erleichtert, als ich dann doch noch rechtzeitig ankam, mit einer halben Minute an der Unpünktlichkeit vorbeigeschrammt. In nächster Zeit werde ich lieber wieder die gewohnte Strecke nehmen.

Warum ich das nun überhaupt auf mich genommen habe? Weil mir Veränderungen nicht so viel ausmachen, wenn ich selbst die Kontrolle darüber habe. Vieles bedarf für mich einer gründlichen Vorbereitung, wenn mir die Planänderungen aber nicht von außen – sei es durch Umstände oder durch andere Menschen – aufgezwungen werden, kann ich erstaunlich gut damit umgehen.

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2 Gedanken zu „Veränderung unter Umständen

  1. Oh ja. Ich würde mal sagen es kommt immer auf die Situation an. Ich selber hatte gestern auch das mein Zug verspätung hatte, hab einen Panikanfall bekommen da ich so nicht rechzeitig ankommen würde (zum Sport Unterricht) Sonst habe ich was verspätung beim Zug angeht mormalerweise kaum Probleme, außer es sind mehr als 10 Minuten. Sonst gehen Veränderungen, wie du schon sagtest, hervorgerufen von anderen Menschen überhaupt nicht. Wenn ich sie gestallte geht es schon, ich verändere es schließlich so, wie es für mich okay ist.

  2. Pingback: Reizüberflutung auf Bahnhöfen | Echt anders

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