Mithilfe von Google Autismus „behandeln”?

Soeben fand ich diesen Nachrichtenartikel. Es ist ja schon länger bekannt, dass – durch europäische Augen gesehen – in den Vereinigten Staaten so manches Seltsames vor sich geht, was ich aber in diesem Artikel lesen musste, hat mir glatt die Sprache verschlagen. Google ist demnach kürzlich mit der US-Organisation „Autism Speaks“, die bereits mit zweifelhaften Aktionen und Kommentaren, mit denen die Darstellung von Autismus als Krankheit, die geheilt werden müsste, verbreitet wurde, von sich reden gemacht hat, eine Kooperation eingegangen. Es sollen die Genome von mehr als zweitausend Familien, in denen es Autisten gibt, in einer Datenbank gespeichert werden. Ich musste das mehrmals lesen, um mich zu vergewissern, dass ich es auch richtig verstanden habe, umso entsetzter bin ich. Warum Google? Nun ein solcher Internetriese besitzt riesige Datenbanken und Server, ich frage mich allerdings, wie Autism Speaks das finanzieren will. Vermutlich aus Spendengeldern, die eigentlich zum Wohle der Autisten gesammelt wurden und nicht, um diese irgendwann mittels der Genetik auszurotten. Fakt ist, dass man Autismus nicht „heilen“ kann und das ist auch ganz gut so, immerhin ist es keine Krankheit. Man könnte höchstens, zum Beispiel durch Abtreibung, versuchen, sämtliche Autisten umzubringen, was ich davon halte, dürfte klar sein. Sehr passend zu diesem Thema ist nebenbei dieser Blogbeitrag von „Quergedachtes“. Schade finde ich übrigens, dass im Artikel nur eine Sicht dargestellt wird, nicht eine Zeile, wo Autisten (oder Menschen, die tatsächlich auch für jene sind) zu Wort kommen, es scheint nur die Meinung zu geben, dass Autismus eine Krankheit sei und geheilt werden müsse. Auf dieser Seite ist übrigens auch ein YouTube-Video eingebunden, welches Autism Speaks vorstellt. Dort bezeichnet die Mitgründerin dieser Organisation, Suzanne Wright, Autismus als Epidemie, ich denke das allein spricht schon Bände. Demnach dürfte ziemlich deutlich sein, dass Autism Speaks nicht das Ziel hat, Autisten zu unterstützen und zu fördern, sondern Autismus zu „behandeln“, was schlicht und einfach nicht möglich ist, auch nicht für ein mächtiges Unternehmen wie Google!

Siehe auch der Beitrag von Quergedachtes zu diesem Thema.

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